Bundesfinale 2014
Rendezvous der Besten
Berlin


Reisebericht „Teilnahme der Wild Cats (Teens) am Bundesfinale Rendezvous der Besten am 15.11.2014 in Berlin“

Nachdem wir am 15.03.2014 bei der Veranstaltung „Happy Gymnastics“ in der CONLOG-Arena in Koblenz einen von drei Startplätzen unseres Landesturnverbands „Turnverband Mittelrhein“ für das Bundesfinale ergatterten, rückte die Fahrt nach Berlin immer näher. In der Vorbereitungsphase absolvierten wir gemeinsam viele Übungsstunden, um unseren Tanz zum Thema „Madagascar – Zootiere in der Wildnis“ auf der großen Showbühne im Horst-Korber-Sportzentrum bestmöglich aufzuführen.

Am Abend des 13.11.2014 war es dann soweit: Um 2:00 Uhr nachts brachen wir in Begleitung von 19 mitreisenden Eltern und Unterstützern mit dem Reisebus, den der TuS Laubach für uns organisiert hatte, mit großem Gepäck nach Berlin auf. Vor der Abfahrt noch einmal ein Kostüm- und Requisitencheck: Hatten wir wirklich alles eingepackt, was wir für den Auftritt benötigen? Mal kurz heimfahren, um die vergessen Musik-CD zu holen, wäre in diesem Fall nicht mehr möglich (wie sich später herausstellte, waren unsere Sorgen zum Glück unberechtigt).


Freitag, 14.11.2014
Nach einer ruhigen Fahrt, bei der sich die meisten Teilnehmer für den anstrengenden nächsten Tag ausruhten, trafen wir gegen 11 Uhr im Berliner Stadtzentrum ein. Da die Hotelzimmer der mitgereisten Eltern zu diesem Zeitpunkt noch nicht bezugsfertig waren, ließ uns unser Busfahrer kurz vor dem Brandenburger Tor aussteigen, wo zunächst einmal eine kleine Fotosession angesagt war J. Nach einer kurzen Kaffeepause bei Starbucks erwartete uns auch bereits unser Stadtführer Michael, der uns innerhalb der nächsten zwei Stunden zu Fuß die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Berliner Zentrum zeigte und uns mit seinem Insider-Wissen eindrucksvoll an einem Stück deutscher Geschichte teilhaben ließ. Danach hatten wir noch Zeit zur freien Verfügung, die zumindest von den Teens vorwiegend zum Shoppen genutzt wurde. Wie passend, dass direkt an der U-Bahnstation am Alexanderplatz eine Primark-Filiale war…

Gegen 16:00 Uhr fuhren wir dann gemeinsam mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum ALECSA-Hotel, wo die Eltern und Fans untergebracht waren und unser Bus parkte. Die Berliner Verkehrswege sind nicht zu unterschätzen: Hierfür brauchten wir immerhin fast 40 Minuten. Aus dem Bus holten wir unser Gepäck und wunderten uns noch einmal, ob wir diese Mengen an Koffern, Taschen, Decken und Kissen wirklich mitgenommen hatten. Nach Verabschiedung von den Eltern machte sich unsere Gruppe mit Sack und Pack auf den Weg zur Schulunterkunft. Wir hatten unterschätzt, wie weit die Quartiere doch auseinander lagen bzw. vielmehr wie viele Treppenstufen zwischen den einzelnen U- und S-Bahnstationen doch zurückzulegen waren. Gegen 18 Uhr erreichten wir dann endlich und völlig erschöpft die Poelchau-Oberschule, wo wir die nächsten beiden Nächte verbringen sollten. Bei der Übergabe des Klassenraums dann die nächste Überraschung: Es waren keine Duschen zur Benutzung in der Schule freigestellt worden. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Zustand der Schule mit den uns bekannten Schulen aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis leider in puncto räumliche Beschaffenheit und Sauberkeit in keinem Fall vergleichbar war und der Massen an Pflegeprodukten, die das mühsam getragene Gepäck erheblich erschwerten und nun keine Verwendung finden konnten, kann man ggf. ungefähr erahnen, welche Stimmung bei uns in diesem Moment herrschte. Immerhin waren wir als einzige Gruppe auf der gesamten Etage untergebracht und das Meistern von schwierigen Situation schweißt bekanntermaßen zusammen. Fünf Minuten nach Bezug des Klassenraums waren sämtliche Steckdosen und mitgebrachten Mehrfachstecker belegt und der Geräuschpegel erreichte durch die elektrischen Luftpumpen schwindelerregende Dezibel-Höhen. Kurze Zeit später war es aber vollbracht: Die Bettstadt der Wild Cats Teens, ein blaues Meer aus himmlisch weichen halbmeterhohen Luftbetten mit gemütlichen Schmusedecken und Kuschelkissen erhob sich erhaben über dem braunen, etwas in die Jahre gekommenen Teppichboden der Schulklasse.

Nun aber war Beeilung angesagt, denn für 19 Uhr hatten wir einen Tisch im Hard Rock Café reserviert. Die Eltern hatten den Abend zur freien Verfügung und machten fleißig Gebrauch von den Weggehtipps, die uns Rainer Knebel aus Laubach, der mittlerweile in Berlin wohnt, freundlicherweise im Vorfeld zur Verfügung gestellt hatte. Nachdem uns kurzfristig seitens des Organisationskomitees die Nachricht erreichte, dass für den nächsten Tag Schienenersatzverkehr aufgrund einiger Baustellen in Richtung zum Wettkampfort angekündigt war, riefen wir unseren Busfahrer an und vereinbarten mit ihm, dass er uns am nächsten Morgen an der Schule abholte und zur Sporthalle fuhr. Am nächsten Tag sollten wir erfahren, dass nicht alle Gruppen das Glück hatten mit einem eigenen Bus vor Ort zu sein und es beim Bundefinale selbst hierdurch zu Verschiebungen in der Startreihenfolge und kleineren Verzögerungen kam. Nichts wie auf zum Hard Rock Café, hier hatten wir noch kurzfristig eine Reservierungsänderung auf 19:30 Uhr telefonisch vereinbaren können. Doch bereits an der zweiten U-Bahnstation wurden wir an diesem Abend mit dem derzeitigen Berliner Verkehrschaos konfrontiert. Nach viermaligem Umsteigen kamen wir endlich am Ku’damm an. Es war genau 19:58 Uhr als wir ins Hard Rock Café stürzten. Glücklicherweise hatte man uns den reservierten Tisch bis 20 Uhr freigehalten. Nach einem sehr leckeren Essen und einigen Souvenirkäufen im Fanshop machten wir uns gegen 23 Uhr auf den langen Weg zurück zur Schule…


Samstag, 15.11.2014
Am Wettkampftag klingelte der Wecker um 6 Uhr. Kurzes Zähneputzen und Katzenwäsche auf der Schultoilette, frühstücken und schnell Sachen packen für den Wettkampf. Unser Bus holte uns pünktlich an der Schule ab und fuhr uns zum Wettkampfort. Nachdem wir die Akkreditierungsunterlagen abgeholt und die Musik abgeben hatten, wurden wir vom freundlichen Orga-Team eingewiesen. Nach und nach trudelten die einzelnen Gruppen ein, 45 Gruppen aus ganz Deutschland, 3 aus jedem Landesturnverband. Die Teens staunten nicht schlecht, als sie sahen, was die anderen Gruppen zum Aufwärmen machten. Hier konnte man bereits auf der Aufwärmfläche spektakuläre Akrobatikübungen und Hebefiguren bestaunen. Auf den Veranstaltungsunterlagen stand, dass diese Veranstaltung für einige Gruppen die Generalprobe für den Auftritt anlässlich der Weltgymnastrada in Helsinki sei und tatsächlich trugen einige Tänzer Trainingsanzüge mit der Aufschrift „Team Germany“. Der Wettbewerb beschränkt sich grundsätzlich auch nicht auf Tanzgruppen, sondern es werden Showdarbietungen bewertet (das können Vorführungen mit Showcharakter beispielsweise aus den Bereichen Akrobatik, Rope-Skipping, Turnen (zum Beispiel Barren) und Tanz sein). Weiterhin gibt es hier keine Altersklassen- oder Geschlechtereinteilung, eine Teilnahme ist ab 12 Jahren möglich. Dann der Einlauf aller Gruppen auf der Wettkampffläche mit toller Musik untermalt und wir mittendrin für unseren Landesturnverband – Gänsehaut pur! Unser Auftritt war im vierten von vier Blöcken, also relativ am Ende des Tages platziert. So hatten wir genug Zeit uns mit tatkräftiger Unterstützung von Tina und Fabiola zu schminken, frisieren und uns warm zu machen. Die Aufregung wuchs im Stundentakt, vor allen Dingen je mehr tolle und faszinierende Auftritte wir in der Zwischenzeit sahen. Dann ging es zur Stellprobe. Jede Gruppe hatte generalstabsmäßig 2 Minuten Zeit sich auf der Fläche (14 x 14 m = größer als unser Gemeindehaus!) vorzubereiten und sich schon mal zu akklimatisieren.

Dann war es soweit, wir waren an der Reihe. Schnell die Requisiten aufbauen, ein letzter Check, ob alles an seinem Platz ist und der Musik ein Zeichen geben. Jetzt geht es los!

Der Auftritt verlief leider nicht zu 100% perfekt, es gab ein paar Unsicherheiten bei Hebefiguren und kleine Unsynchronitäten in der Tanzchoreographie. Dann noch ein so großes Publikum und daher verhältnismäßig wenige eigene Fans, die tatkräftig mitklatschten, nun waren wir auch um eine solche Erfahrung reicher. Nach dem Auftritt herrschte dann leider erst einmal etwas Enttäuschung bei allen. Hierfür hatten wir so lange trainiert, jetzt war alles bereits innerhalb so kurzer Zeit vorbei und leider war es nicht der perfekte Glanzauftritt, den wir uns erträumt hatten. Dass unser Auftritt nicht ganz so schlecht war, wie wir es zunächst wahrgenommen hatten, zeigte die spätere Bewertung. Aber hierzu später noch einmal mehr. Nach und nach wurde aber auch jedem bewusst, dass ein Auftritt neben so vielen anderen routinierten und erfahrenen  Gruppen und auf einer ganz anderen Fläche, als wir es gewohnt sind, einfach anders wirken kann, auch wenn jeder sein Bestes gegeben hat.

Noch 8 Gruppen nach uns, dann eine kleine Pause und dann die Siegerehrung, wie spannend! Zunächst wurden die 15 besten Gruppen des Wettbewerbs aufgerufen, die abends noch einmal in der Gala auftreten durften und den Titel „DTB-Showgruppe 2014“ tragen dürfen. Dann wurden Prädikate für die einzelnen Gruppen in Startreihenfolge vergeben:

100 bis 90 Punkte:           Hervorragend
80 bis 89 Punkte:             Ausgezeichnet
70 bis 79 Punkte:             Sehr gut
50 bis 69 Punkte:             Gut
0 bis 49 Punkte:               Mit Erfolg teilgenommen

Es erfolgte grundsätzlich keine Bewertung im Sinne einzelner Platzierungen.

Daumen drücken als unsere Gruppe aufgerufen wurde...:„Prädikat gut“! Mit dieser Beurteilung sind wir sehr zufrieden, bei der Qualifikation in Koblenz und den Gaumeisterschaften in Rheinböllen entsprach die erreichte Punktzahl genau dieser Kategorie. Also konnten wir unseren Auftritt auf Bundesebene in gleicher Qualität präsentieren.

Nach der Siegerehrung war erstmal duschen angesagt, das war nämlich in der Sporthalle möglich. Da natürlich jeder Teilnehmer, der abends nicht mehr bei der Gala auftrat, erstmal duschen wollte und die Halle noch entsprechend für die Abendveranstaltung hergerichtet werden sollte, musste dies in Windeseile erledigt werden, weshalb das Abwassersystem der Sporthalle auch teilweise etwas überfordert war.

Frisch geduscht und gestärkt durch eine Pizzabestellung schauten wir uns nun alle gemeinsam die Abendgala an, die unter dem Motto „Spirit“ stand. Dies hat nicht nur uns als Aktive und Turn- und Tanzinteressierte super gefallen, sondern auch allen mitgereisten Eltern und Fans. Der Tenor unserer Reisegruppe war, dass dies eine ganz besondere und unvergleichliche Veranstaltung war.  Der Spirit des Bundesfinale und des Rendezvous der Besten hat uns sozusagen alle erfasst und in seinen Bann gezogen.

Nach der Veranstaltung wurde es aufgrund des Schienenersatzverkehrs noch einmal spannend. Aber da wir mittlerweile geübte Profis im Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln waren und nach sämtlichen Erlebnissen der vergangenen beiden Tage, stellte dies keine Herausforderung mehr für uns dar. In der Schule angekommen, merkte man wie anstrengend die beiden letzten Tage waren. Das Licht war relativ schnell aus und alle schliefen friedlich in der Laubacher Bettstadt oder deren Vorort (dies war die Schlafstelle der beiden Betreuer, die leider „nur“ eine Isomatte eingepackt hatten J).


Sonntag, 16.11.2014
Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück mit dem Bus zurück nach Laubach. Man brachte sich gegenseitig auf den aktuellen Stand, welche Gruppen in der Gala man besonders toll fand und welche Eindrücke während des Bundesfinales gesammelt wurden. Die Teens hörten vorwiegend Musik über ihre Handys, ein Teil der Eltern genehmigte sich noch ein Kaffee-Sambuca-Schnäpschen, das man als Wegzehrung aus dem Laubacher Hof mitgenommen hatte und das Trainierteam vertiefte bereits wieder die Pläne für das nächste Tanzthema, bis wir gegen 18:30 wieder am Laubacher Gemeindehaus eintrafen. Ein ereignis-, erlebnisreiches und unvergessliches Wochenende ging zu Ende!

Im Nachgang zur Veranstaltung erreichte uns noch folgende Mail, die wir gerne mit allen Unterstützern teilen möchten:

-.-.-.-.-.-.-.-.-.

Liebe Julia,

BERLIN 2014


dahinter steht nicht nur irgendeine Veranstaltung  -  sondern das Bundesfinale des Rendezvous der Besten ein DTB - Festival der Showvorführungen. Eigentlich kann man gar nicht anders, man muss sich für das Dabeisein entscheiden, wenn man zu den Topgruppen eines Landesverbandes gehört.

Dieser "Spirit", der in Berlin versprüht wurde, war schon außergewöhnlich und dazu habt Ihr als Gruppe mit Eurer innovativen Performance beigetragen. Ihr habt nicht nur begeistert, sondern habt die anderen Gruppen mitgenommen auf eine Reise der fantastischen Möglichkeiten.

Wir wünschen Euch für das Jahr 2015 viele kreative Ideen, feines Gespür, Geduld, wenn mal nicht alles auf Anhieb klappt und viele unwiederbringliche Momente .........

wie das Rendezvous der Besten in 
BERLIN 2014.

Herzliche Grüße

Anita

mit dem ganzen R.d.B. - Team

 

Julia Martin-Schröder
16.12.2014


zurück